Sprachstörungen bei Erwachsenen

Bei Sprachstörungen im Erwachsenenalter handelt es sich in der Regel um Aphasien, also zentrale Sprachstörungen, die alle Bereiche betreffen können: Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben. Aphasien treten erst nach Abschluss des Spracherwerbs auf und sind – ebenso wie Störungen der Sprechmotorik – meist Folge oder Begleiterscheinung einer Erkrankung wie zum Beispiel Schlaganfall, Morbus Parkinson, Schädel-Hirn-Trauma oder Demenz. 

Durch eine gezielte logopädische Therapie soll der Patient wieder in die Lage versetzt werden, Gesprächssituationen zu bewältigen und gedruckte oder akustische Informationen wieder besser zu verarbeiten. Eine wiederge­wonnene Kommunikationssicherheit trägt auch dazu bei, die soziale Isolation der Betroffenen zu verhindern.

Wann sollten Sie uns aufsuchen?

Sprachstörungen bei Laut- und Schriftsprache

  • Das passende Wort will einem nicht einfallen oder es wird ein anderes benutzt (Wortfindungsstörungen)
  • Wörter werden lautlich verändert bis hin zur Unverständlichkeit
  • Vereinfachung des Satzbaus (Telegrammstil) bis hin zu unvollständigen und fehlerhaften Sätzen sowie grammatikalischen Fehlern
  • Silben, Wörter oder ganze Redewendungen werden permanent wiederholt
  • Verständnisprobleme
  • „Sprechdurchfall“ oder angestrengtes, stockendes Sprechen
  • Lesen und/oder Schreiben gelingt nicht mehr fehlerfrei
  • Wortverwechslungen bei Lesen und/oder Schreiben
  • Gelesenes und/oder Geschriebenes wird nicht mehr verstanden

Mögliche Ursachen

Aphasien bei Erwachsenen sind meist die Folge einer Erkrankung:

  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • (entzündliche) Erkrankungen des Gehirns
  • Hirntumore
  • Degenerative Prozesse des Gehirns (z. B. vaskuläre Demenz, Alzheimer)

Unsere Therapie

Am Beginn der Behandlung steht eine gründliche Diagnostik, bei der wir uns ein Bild von  Sprachstand sowie Allgemeinzustand und Leistungsfähigkeit des Patienten machen. Es werden dann Therapieziele vereinbart, die sich am Krankheitsbild und dem Ergebnis der Diagnosesitzung orientieren.

Die folgenden Behandlungssitzungen verlaufen in Einzeltherapie, in der Regel ein- bis zweimal pro Woche, in begründeten Fällen werden auch Intensivtherapien mit täglichen Sitzungen durchgeführt.

Die Dauer der Behandlung ist unter anderem von der Stärke der spezifischen Störung, der Phase der Erkrankung, dem individuellen Leistungsvermögen sowie den Umweltfaktoren abhängig. Sie kann von einigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren reichen.